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Mit der TSE 4 hatten wir anfangs nichts weiter
im Sinn, als einen "Einsteiger-Schnupper-Bausatz" anzubieten. Er sollte
einfach nur ordentlich funktionieren und beim stolzen Erbauer die Neugierde
auf unser weiteres Programm wecken. Ein Musteraufbau mit einfachen Industrieübertragern
folgte und die Überraschung war groß: das Ding machte viel Spaß.
Wir haben dann gerechnet und kalkuliert und festgestellt, dass, wenn wir
den Aufwand erhöhen, die Übertrager verbessern, den Silizium-Gleichrichter
durch eine Gleichrichterröhre ersetzen, eine Siebdrossel einfügen
und die Abstimmung verfeinern, der Verstärker trotzdem noch wirtschaftlich
ist. Die nebenstehende Abb. zeigt Ihnen die reformierte Version im alten
Gehäuse.
Zur Technik: Als Eingangsstufe setzen wir eine
12AX7 WXT als Spannungsverstärker ein. Abgekoppelt über einen
Siemens MKP-Koppelkondensator trifft das Signal direkt aufs Steuergitter
der Endröhre vom Typ EL 84. Die EL 84 wird als Triode beschaltet und
kann dann mit dem wunderschön klingenden Ausgangsübertrager fast
2 Watt an den Lautsprecher liefern. Eine dezente Über-Alles-Gegenkopplung
mußten wir einsetzen. Ohne diese ist das Verstärkerchen unglaublich
dynamisch aber auch ein wenig ruppig. Die Bauanleitung geht auf die Möglichkeit
ein, die Ausgangsleistung mittels Umbau auf Pentodenbetrieb zu steigern.
Leider
ist die Endstufe nicht für alle Lautsprecher geeignet. 2 Watt sind
genug, um mit 90dB-Lautsprechern Zimmerlautstärke zu erzielen. Wenn
Sie livehaftig Musik hören möchten, muß es min. ein 96dB
Lautsprecher sein.
Besonders gut kommt die TSE-4 mit Lowther-Systemen
zurecht. Die Lowthers klingen in den Mitten zwar sehr offen und dynamisch.
Mit Transistorverstärkern oder sehr akurat klingenden Röhrenverstärkern
sind sie oft ein wenig „quäkend“ oder „näselnd“. Die TSE-4 ist
-wie bei reinen Triodenverstärkern üblich- gerade in diesem Bereich
sehr klangfarbenreich und löst bei den Lowthers das etwas feste Element
der Stimmen auf. Ebenso nimmt die TSE-4 den Klipschhörnern den mitunter
zu technischen Klangcharakter. Ein auf eine offene Schallwand montierter
Fostex oder Corel-Breitbandtreiber weckt die Assoziation zu den Röhrenradios
der fünfziger Jahre. Diese Lautsprecher können mit der TSE-4
eine Selbstverständlichkeit und Schwerelosigkeit produzieren, die
an gute Elektrostaten erinnert. Die Abb. ist nicht ganz aktuell - das neue
Gehäuse ist größer, es entspricht dem des Orthophonic VII
und erlaubt den Einbau von Orthophonic Line, Typ c
und der TSE-4.
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