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Vermutlich hat jeder
Entwickler ein Gerät, auf das er besonders stolz ist. Bei uns ist das der
Tambour. Zwar entspricht die Schaltungstechnik dem Stand von 1931, doch ist es
wie beim Kochen: Die Zutaten sind bekannt, das Kochbuch klärt auf, wie
zubereitet werden soll. Die Ergebnisspannbreite reicht von "na ja"
bis "superb".
Ein Grund für die hervorragenden Eigenschaften dieses Verstärkers ist der,
dass wir so einfach aber konsequent gebaut haben, wie es das
Schaltungs(Koch)buch vorsieht: Gleichrichterröhre, große Drossel,
Allererste-Wahl-Bauteile, aufwendig gewickelter Ausgangsübertrager.
Fangen wir vorn an: Der Netztransformator ist reichlich überdimensioniert.
Er kann, und das ist bei Single-Ended-Verstärkern extrem wichtig, eine reine
Sinusspannung liefern. Die Gleichrichterröhre läßt HF-Schmutz außen vor.
Ladekondensator, 10Hy-Drossel, und Siebkondensator sorgen für eine saubere,
glatte Gleichspannung. Die Qualität der Anodenspannung ist bei allen
Verstärkern von Bedeutung, denn das Ausgangssignal ist nichts weiter als eine
modulierte Versorgungsspannung. Bei Single-Ended-Endstufen gilt dies
besonders, weil sich hier die Wechselspannungsanteile nicht wie bei
Gegentaktverstärkern im Übertrager auslöschen können.
Das bemerkenswerteste an diesem Endverstärker ist sein Übertrager. Er
ermöglicht eine gegenkopplungsfreie Wiedergabe des gesamten
Frequenzspektrums. Die Gegenkopplung -allgemein als unverzichtbar
eingestuft- bewirkt die Linearisierung der Wiedergabe
unterschiedlicher Frequenzen und die Senkung des Klirrfaktors. Leider
verändert sie dabei das Klirrspektrum und das Übertragungsverhalten der
Geräte bei denen sie eingesetzt ist. Nicht gegengekoppelte Verstärker
klingen in aller Regel spontaner und frischer. Allerdings meist auch ruppig
und rauh. Besonders bei höheren Frequenzanteilen ist dies sehr störend. Also
wird die GK mit einem lächelnden und einem weinenden Auge in Kauf genommen.
Der Tambour kann aufgrund der hervorragenden Linearität des Übertragers
und des besonders angenehmen Klirrfaktorverhaltens der 2A3 und 300B Röhren
auf die GK verzichten. Das Ergebnis ist hinsichtlich der Dynamik und des
Klangfarbenreichtums beeindruckend. Innenansichten des Tambour finden sie
hier.
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