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Immer wieder auf Messwerte angesprochen, haben
wir sie diesmal angegeben. Bitte glauben Sie nicht, dass sich aus den Werten
eine Aussage hinsichtlich des Klanges ablesen läßt. So hat die
Tambour 2A3/300B z.B recht mäßige Klirrfaktorwerte. Doch man
weiß ja, dass die Art des Klirrspektrums entscheidet, ob wir den
Klirr angenehm oder störend empfinden. Der Phasenfehler der Tambour
bei 20 kHz liest sich ebenfalls wenig beeindruckend. Wir könnten diesen
Wert mühelos von 18° auf unter 10° bringen. Das Einfügen
einer dezenten Gegenkopplung von, sagen wir 3dB, würde hier ein kosmetisches
Wunder bewirken, das Gerät aber hinsichtlich seiner Offenheit und
seines wunderbar ungebremsten Dynamikverhaltens um einige Punkte zurückwerfen.
Wir haben alle in diesem Katalog vorgestellten
Verstärker zunächst einmal berechnet (denn, was nicht klingt
ist falsch berechnet). Der zweite Schritt findet im Meßlabor statt.
Voraussetzung für guten Klang ist das elektronisch einwandfreie Funktionieren
einer Schaltung. Der für einen Audioverstärker wichtigste Teil
seiner Entwicklung findet dann in unserem Studio statt. Hier befinden sich
Lautsprecher verschiedener Bauart (einige stellen wir weiter hinten vor).
Als Tonquelle stehen analog ein LINN Sondek LP 12 mit den Abtastern LINN
Troika, Grado Reference und Audio Technica AT ML 150 sowie ein Thorens
TD 2001 mit Grado Signature zur Verfügung. Digital ist es ein DENON
DCD 1420 mit neu entwickeltem 96kHz Chrystal Wandler und Röhrenausgangsstufe.
Unter diesen wohnraumgerechten Verhältnissen
werden die Verstärker gehört und gehört und immer weiter
feinabgestimmt. In der Regel ist ein Verstärker, nachdem er das Meßlabor
verlassen hat, einige Monate in Betrieb, bevor wir seine Abstimmung als
(vorläufig) abgeschlossen betrachten.
In den jeweiligen Aufbauanleitungen ist eine kurze
Beschreibung der einzelnen Verstärkerstufen enthalten. Wenn wir uns
hier und da zwischen nahezu gleichwertigen Alternativen entscheiden mußten,
ist das erwähnt und Sie können durch eigenes Probieren herausfinden,
ob Sie sich vielleicht anders entscheiden wollen. Oft geht es nicht um
besser oder schlechter, sondern lediglich um Eigenschaften.
Die Meßergebnisse der Endstufen sind natürlich
abhängig von den verwendeten Röhren. Die Stereo 60 wurde mit
EL 34, die Mono 50 mit KT 88 in Fixed-Bias-Betriebseinstellung gemessen.
Beide Endstufen waren mit den Standardübertragern ausgerüstet.
Meßtechnisch sind die höher verschachtelten S-Übertrager
kaum anders, klanglich werden die Verstärker noch feiner und nuancierter,
besonders in der Wiedergabe von Klangfarben. Bläser und Streicher
wirken reicher und differenzierter. Der Raum erscheint um einen Hauch duftiger.
Die Frage der Haltbarkeit wird oft gestellt. Bis
auf die KT 88 aus chinesicher Fertigung gibt es so gut wie nie Ausfälle.
Besonders robust und klanglich hervorragend sind die russischen 6L6 WGC
und 6550C. Vorstufenröhren sind völlig unproblematisch.
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